Happy weekend-Ticket verfrüht

In der Kreistagssitzung vom 15.06. hat die Kreisverwaltung nach entsprechender Anfrage erklärt, dass zunächst die Umsetzungsphase des „9-€-Tickets“ abzuwarten sei, bevor verwaltungsseitig ein Erfahrungsbericht vorgelegt oder weitere Maßnahmen vorgeschlagen werden könnten. Unter dem Datum des 15.07. skizziert nunmehr der Landrat ein Konzept und eine örtliche Initiative zu einem neuen Wochenendticket für das Münsterland, bzw. Westfalen. PM des Kreises

Stellungnahme:

Das „9-Euro-Ticket“ mit bundesweiter Gültigkeit im ÖPNV hat erkennbar für Furore gesorgt und großen Anklang in der Bevölkerung gefunden. Von politischen Parteien, aber auch von den Verkehrsverbünden werden als mögliche Nachfolgemodelle ein 29 € / 39 € / 69 €-Monatsticket oder ein 365 €-Jahresticket diskutiert. Diese vier Konzepte ermöglichen, wenn auch in abgestufter Form, einen preisgünstigen ÖPNV mit einfachen Tarifstrukturen. Aktuell geht es in der politischen Diskussion erkennbar nicht um die Frage, ob es ein Anschlusskonzept geben wird, sondern wie es konkret ausgestaltet werden kann, um die Verbindung von Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit sicher zu stellen. Erst im Anschluss an eine solche „Leitentscheidung“ des Bundes und der Länder kann sinnvollerweise auf kommunaler Ebene die Diskussion über weitere zielgerichtete Angebote für bestimmte Zielgruppen diskutiert und der konstruktive Impuls des Landrates aufgegriffen werden.
 
Weitergehende Erläuterungen:
Bereits Ende Juni vermeldete die Tagesschau unter der Überschrift „Gewaltiger Zuspruch und weniger Staus“ den Verkauf von ca. 21 Millionen „9 Euro-Monatstickets“. Diese neue, einfache und günstige Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr hat erkennbar für Furore gesorgt und großen Anklang in der Bevölkerung gefunden. Für die Zeit danach, also ab September, werden derzeit Übergangs- und Dauerlösungen diskutiert und abgewogen. Die Zielsetzung muss aus GRÜNER Sicht darin bestehen, den preis- und geltungsbereichmäßigen Zugang zu den Öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich herabzusetzen und hierdurch einen Beitrag zu einer sozial gerechten und nachhaltigen Verkehrswende zu leisten. Dieser Beitrag kann im Wesentlichen nur durch Wegfall und Ersatz regelmäßiger Pkw-Fahrten erbracht werden, durch Umstieg vom PkW auf den ÖPNV.

Von der deutschlandweiten Diskussion um das 9-Euro-Monatsticket abzugrenzen ist ein "Happy Weekend"-Ticket, so wie es jüngst durch die Verwaltung des Kreises Coesfeld vorgestellt worden ist. Das "Happy Weekend"-Ticket ist in keiner Weise artverwandt und stellt lediglich eine Tarifvariante des Westfalentarifs dar und richtet sich an wochenendliche Verkehre. Vor diesem Hintergrund mag es ein sozialpolitisches Angebot an Personengruppen sein, die an Wochenenden wiederholt durch das Münsterland reisen. Es ist aber keinesfalls als Beitrag zur erforderlichen Verkehrswende zu verstehen.

Infolgedessen halten wir GRÜNEN es für geboten, die bevorstehenden Entscheidungen rund um das deutschlandweite Monats- oder Jahres-Ticket abzuwarten, bevor in diesem Kontext eine für Soziales und Umwelt tatsächlich dann auch nachhaltige Lösung für den Kreis Coesfeld gefunden wird.



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