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Leserbrief zu dem Beitrag „Harsche Kritik an Imagewerbung“ WN, Kreisseite vom 25. Februar, 2014

Ob das wirklich ein guter Rat ist?  Die Landwirtschaft soll viel Geld ausgeben, damit die renommiertesten Werbeagenturen das ramponierte Image der Bauern wieder aufpolieren. Die erfolgreiche Kampagne der Handwerkerschaft soll Vorbild sein. Doch flotte Sprüche auf Plakatwänden holt die Landwirtschaft nicht aus ihrem Dilemma heraus. Nicht ohne Grund finden ihre Kritiker so viel Gehör. Sie weisen eben auf reale Fehlentwicklungen und Missstände hin und die werden durch Werbekampagnen nicht aus der Welt geschaffen. Das heutige Bild einer mehr und mehr industrialisierten Landwirtschaft stimmt einfach mit den Vorstellungen unserer Gesellschaft nicht überein, die sich eine umweltverträglichere Landwirtschaft wünscht.

Warum hat nun die Landwirtschaft ein solches negatives Image?
Der Bau riesiger neuer Mastställe und die enorme Zunahme der Viehdichte in jüngster Zeit, auf über 3,0 GVE, (umweltverträglich sind 2 GVE) sind auf sehr viel Ablehnung gestoßen. Besonders bedenklich, der Viehbestand wächst weiter. Zu den 1,1 Millionen Schweinen im Kreis sind im letzten Jahr noch 25.000 Tiere hinzugekommen und für dieses Jahr sind weitere 20.000 Stallplätze beantragt. Zu einem Geflügelbestand von 2,4 Millionen kam ein Zuwachs von 230.000 Tieren und in diesem Jahr werden weitere 280.000 Tierplätze neu beantragt. Über die realen Tierzahlen spricht die Landwirtschaft übrigens nur äußerst ungern.

Die anschwellende Gülleflut belastet Grund- und Oberflächenwasser, die Gülle ist auf hiesigen Flächen allein nicht mehr unterzubringen  und muss über große Distanzen mit Tankwagen entsorgt werden. Der in die Luft entweichende Stickstoff überdüngt und schädigt Wälder und Landschaft.

Die intensive Landbewirtschaftung lässt den Wildpflanzen und der  Tierwelt in der Feldflur immer weniger Überlebensmöglichkeiten. Vielerorts hat der „stumme Frühling“ schon Einzug gehalten. Um das Artensterben zu stoppen, sollen EU weit 5% der landwirtschaftlichen Fläche zu ökologischen Vorrangflächen umgewidmet werden. (Greening ) Die Naturschützer haben hierauf große Hoffnung gesetzt und sind jetzt direkt verzweifelt, weil der  Bauernverband dafür sorgt, dass sich vor Ort in Richtung von mehr Ökologie doch nichts erkennbar verbessern muss.

Fazit und Rat: Das Geld für super teure Werbeagenturen und Plakatwände besser in Blühstreifen und Wildwuchs investieren und mit den Naturschützern in einen Dialog eintreten.

Wolfgang Dropmann, Senden

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